Personal-Coach Michael Storch empfiehlt ausgewogenes Training, gute Ernährung – und realistische Ziele. Als Personal Coach ist seine Spezialität, genau die richtige Übung zum richtigen Zeitpunkt zu finden. Hier gibt er den Seeseiten-Lesern exklusiv Tipps, wie Sie am besten wieder buchstäblich fit für den Frühling werden.

Text: Susanne Mayr

Michael Storch, Personal-Coach , Rottach-Egern

“Mir ist wichtig, den Leuten den Schubs in die richtige Richtung zu geben.”
Foto: Privat

Herr Storch, wie motiviert man sich jetzt im Frühling wieder zum Sport?
Wichtig ist, dass man sich feste Termine dafür setzt. Einfacher wird das, wenn man es zu zweit oder in der Gruppe macht, dann ist die Hemmschwelle den Sport abzusagen größer und man motiviert sich gegenseitig. Und man muss dranbleiben, da hilft nur Disziplin. Oder natürlich man konsultiert jemanden wie mich, der einem dabei hilft. Mir ist wichtig, den Leuten den Schubs in die richtige Richtung zu geben. Und man darf sich nie zuviel vornehmen, sonst hält man es nicht durch. Man sollte realistische Ziele definieren.

Mit welchen Sportarten sollte man starten?
Mein Tipp ist, dass das Training aus einer Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining besteht. Ausdauertraining baut Fettdepots ab, Krafttraining erhöht den Grundumsatz des Körpers. Das Verhältnis sollte dabei 2:1 liegen, natürlich je nach Zielsetzung. Tolle Ausdauersportarten sind Joggen, wer Gelenkprobleme hat, walkt mit Stöcken. Aber auch Schwimmen, im Winter langlaufen und Radfahren. Beim Krafttraining setze ich gerne auf Übungen ohne Geräte, da hier oft nur ein Muskel relativ isoliert trainiert wird. Übungen nur mit dem eigenen Körpergewicht oder kleinen Hilfsmitteln wie Gewichten bis zehn Kilo oder Minibands beanspruchen aber gleich eine Vielzahl an Muskeln und bauen die Rumpfstabilität auf. Das sind dann Übungen wie Unterarmstütz, Seitstütz, Liegestützen oder auch Klassiker wie Kniebeugen. Diese werden dann mit Rotationen oder kleinen Gewichten kombiniert, dabei kommt man schon schnell an die Grenzen.

Und welche Rolle spielt die Ernährung?
Sport ist ein Baustein, der 50 Prozent ausmacht, der Rest kommt durch gesunde Ernährung. Einfach abends weniger Kohlenhydrate, Süßigkeiten reduzieren, viel trinken, aber keine Süßgetränke und sich beim Essen nicht durch Handy und Co. ablenken lassen. Man sollte sich nichts komplett verbieten, sonst baut man Heißhunger auf. Ich rate zu einem Cheat Day pro Woche, an dem man richtig genießen darf.

Wann darf man mit ersten Erfolgen rechnen?
Wenn man also konsequent trainiert, das Minimum ist zweimal pro Woche – mehr ist natürlich immer noch besser – bei einer Trainingsdauer von einer Stunde und auch die Ernährung dementsprechend anpasst, dann merkt man schon nach eineinhalb Monaten eine Veränderung am Körper. Ich rate allerdings davon ab, sich permanent zu wiegen oder zu messen. Die beste Größe ist das eigene Körpergefühl.

Gibt es Programme, die empfehlenswert sind?
Ja, da gibt es schon einiges, man sollte dabei nur aufpassen, dass man langsam anfängt und die Übungen korrekt ausführt. Denn viele Übungsabfolgen sind sehr schnell und dann ist die Verletzungsgefahr hoch. Ich rate dazu, mit einem Experten wie mir zu starten und sich dann ein passendes Programm auszusuchen. Auf www.perform- better.de gibt es viele tolle Produkte mit guten Anleitungen zur Anwendung und auf deren Facebook- Seite gibt es Videos und Trainingsprogramme. Auch auf www.beachbody. com kann man sich verschiedene Trainingsprogramme und Übungsabfolgen je nach Ziel und Zeit bestellen. Und auch viele Krankenkassen bieten tolle Anleitungen und Programme.

Michael Storch, Personal-Coach , Rottach-Egern

Michael Storch

ist Sport-Physiotherapeut mit dem Schwerpunkt Prävention, Rehabilitation nach Verletzungen und Athletiktraining.

Seeseiten, Frühling 2018.