Trachten-Weste

Schickes Gilet

Aus dem „Drunter“ wird nun ein „Drüber“: Trachtenwesten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und gelten als das i-Tüpfelchen der Herrentracht.

Text: Susanne Mayr-Flach

Verschiedene Ausführungen von Trachtenwesten

TJe nach Stoff wirkt die Weste traditionell, edel oder modern.ext
Foto: Urs Golling

Geht man noch einen Schritt weiter, so hat die Herrenweste ihren Ursprung im Wams, dem Untergewand der Rüstung. Nach und nach wurden sie salonfähig, wie man so schön sagt – und im 18. Jahrhundert in Frankreich richtig chic. Kein Herr, der etwas auf sich hielt, ging ohne Gilet aus dem Haus. So kam die Weste, wie so vieles in der Mode, schließlich über die Königshäuser nach Deutschland. Nach und nach wurde sie auch hier zum festen Bestandteil des Herrenanzugs und schließlich der Tracht.

Vielfältig und schön

Die Ausführungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Zumindest was die Stoffe betrifft. Fein gewebt aus Seide, rustikal handgestrickt aus Schafwolle oder gewalkt aus Loden sind sie in den buntesten Varianten zu bewundern. Meist sind sie hochgeschlossen mit Silberknöpfen und werden auch ganz zugeknöpft. Aber auch das ist Geschmackssache und kein Muss. Im Rücken haben sie entweder Falten oder einen verstellbaren Riemen, um sich dem Träger besser anzupassen. Praktisch waren sie früher auch, weil sie an kalten oder windigen Tagen schön warm hielten. Und auch heute noch, wenn es an den Waldfest-Abenden langsam kühler wird, ersetzen sie oft die Joppe.

Trachtenweste

Für jeden Anlass das richtige Gilet
Foto: Urs Golling

Das traditionelle Gilet

Eine Ausnahme bei Schnitt und Farbe bilden die traditionellen Vereinstrachten. Hier tragen viele im Tegernseer Tal nur ein grünes Gilet und einige auch die traditionelle Miesbacher Weste oder Ketterlweste. Diese hat oben einen halbrunden Ausschnitt und wird mit einer feinen Silberkette und zwei Knöpfen geschlossen. Auch bei den Trachtenvereinen ist sie ein vorgeschriebenes Trachtenstück beim „Ausrücken“.

Die hier gezeigten Westen stammen aus Privatbesitz und zeigen die Vielfalt der heutigen Westen in Farbe und Material.

Foto: Urs Golling

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