Corona macht auch vor Fußball nicht halt. Trainieren wie gewohnt ging und geht bis heute nicht oder zumindest nur eingeschränkt. Trotzdem kommt Hans Dorfner mit seiner Fußballschule auch in diesem Sommer an den Tegernsee. Wie es mit dem großen und dem kleinen Fußball weitergehen könnte, verrät er im Gespräch mit den Seeseiten.

Hans Dorfner Fußball Seeseiten

“Seien wir ehrlich: Kein Sport bewegt weltweit mehr Menschen.” Hans Dorfner
Foto: Clemens Mayer

Herr Dorfner, wie groß war während des Lockdowns Ihre Lust, einfach mal einen Ball zu nehmen und den dann auf ein leeres Tor zu schießen?
Aufgrund der Verletzungen, die ich mir während meiner Karriere zugezogen habe, ist die Sache mit dem Selbst-aufs-Tor-Schießen leider nicht mehr ganz so einfach. Was mir aber in der Coronazeit neben Begegnungen mit der Familie und Freunden am meisten abging, waren die Kids auf dem Platz, wie sie dribbeln, schießen und Spaß haben. Schon während der Kurse genieße ich das. Aber wenn es einmal fehlt, dann spüre ich noch viel mehr, welch großen Teil die Fußballschule in meinem Leben einnimmt. 

Glauben Sie, dass die ganze Corona-Sache dauerhafte Auswirkungen auf den Fußball haben wird?
Die Corona-Pandemie hat schon jetzt Auswirkungen auf den Fußball, sei es in der Bundesliga, im Amateur-Bereich oder bei unseren Ferienkursen. Was den Profisport betrifft, hoffe ich, dass wieder etwas mehr Normalität einkehrt. Vielleicht kann hierbei die Coronakrise sogar hilfreich sein. Die Vereine werden mehr auf ihr Geld achten müssen und hochbezahlte Profis wurden spätestens jetzt wieder daran erinnert, dass die Gesundheit doch über allem steht. 

Findet man Fußball in solchen Zeiten plötzlich unwichtig?
Zunächst geht es natürlich darum, auf die Gesundheit der Mitmenschen und gerade älteren Familienangehörigen oder Risikopatienten zu achten. Irgendwann werden die Menschen aber wieder eine Form der Ablenkung brauchen. Ich habe schon die Hoffnung, dass unter Berücksichtigung aller Maßnahmen dies zum Beispiel der Fußball sein könnte. Denn seien wir ehrlich: Kein Sport bewegt weltweit mehr Menschen. 

Ist das nicht auch eine große Chance, sich wieder mehr auf das Spiel, anstatt auf das Drumherum zu besinnen?
Die Vereine werden wieder genau überlegen müssen, wie viel Geld und vor allem wofür sie ihr Geld ausgeben. Da es in der Bundesliga zunächst nur Geisterspiele gibt, wird sehr schnell auch dem letzten Spieler bewusst sein, wie wichtig Fans und ein volles Stadion sind. Denn das wurde vielleicht in der Vergangenheit immer mehr als Selbstverständlichkeit hingenommen. Schauen Sie sich die Spiele in der Allianz Arena an, seit Jahren ist jede Partie ausverkauft. Ich hingegen erinnere mich zu meiner Zeit beim FC Bayern noch an Spiele im Olympiastadion, bei denen das halbe Stadion leer blieb. 

Was raten Sie einem begeisterten Kind oder Jugendlichen, der sich verbessern will, leider gerade aber nicht mit Mannschaften trainieren kann?
Irgendwo findet sich immer ein Stück Rasen: entweder der heimische Garten oder die Wiese in der Nähe. Jonglieren, dribbeln oder auf ein Ziel schießen der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Bewegung hilft immer. Zudem versucht die Hans Dorfner Fußballschule über unser Angebot in den sozialen Netzwerken (Instagram und Facebook) Übungen zu zeigen oder Anreize zu schaffen: Beispiels­weise gibt es einen Ballkünstler, der Tricks vormacht. Wenn man schon nicht auf dem Platz mit seinen Freunden spielen kann, so kann man sie nach der Corona-Zeit mit einigen neuen Tricks verblüffen. Oder die Trainer in unseren Kursen beeindrucken, denn wir freuen uns schon jetzt: Sobald die Politik grünes Licht gibt, rollt auch in den Kursen der Hans Dorfner Fußballschule wieder der Ball. 

Wenn das Coronavirus keinen Strich durch die Rechnung macht, gastiert die Hans Dorfner Fußballschule von Montag 27. Juli bis Freitag 31. Juli 2020 in Rottach-Egern. Pate der diesjährigen Veranstaltungen ist übrigens Nationalspieler Serge Gnabry (FC Bayern). 
Aktuelle Infos gibt es unter www.fussballferien.de.