Eigentlich war er lange Zeit „nur“ Kolumnist; der Mann für die eher leichten und unterhaltsamen Stoffe. Mit seinem neuen Buch ist dem Journalisten Axel Hacke aber nicht nur ein Nummer1-Bestseller gelungen. Sondern auch die Auseinandersetzung mit einer Frage, die in diesen Tagen wahrscheinlich viele bewegt.

Interview: Christian Jakubetz

Bestseller-Autor Axel Hacke
Foto: Thomas Dashuber

Ihr neues Buch heißt “Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen” – ist das nicht ein verdammt schwieriges und ernstes Thema für einen leichten Lesungs-Abend?
Kann sein, dass es einem erst mal so vorkommt, Aber erstens lese ich ja an dem Abend auch aus etlichen anderen Büchern und Kolumnen. Zweitens versuche ich, schwierige und ernste Themen auf leichte Weise zu behandeln. Und drittens sollte man seine Leser nie unterfordern. Ich weiß aus Erfahrung, dass dieses Thema sehr vielen Menschen auf den Nägeln brennt.

Und, schon eine Antwort auf diese Frage nach dem richtigen Umgang miteinander gefunden?
Das ganze Buch ist ja eine Suche nach dieser Antwort, da ist es schwer, das jetzt in einem Satz zusammenzufassen. Sagen wir so: Es geht im Grundsatz immer um Respekt vor anderen Menschen, darauf basiert alles, und davon ausgehend, kommt man im Leben mit Freundlichkeit, Wohlwollen, Neugier, Interesse, Zugewandtsein sehr viel weiter als mit Feindseligkeit und Hass.

Wie gehen Sie persönlich eigentlich mit Populisten um? Reden, ignorieren oder einfach drüber lachen?
Lachen wäre ein bisschen wenig. Grundsätzlich ist Reden immer das Beste. Wobei es ein Unterschied ist, ob man es mit einem rechtsradikalen AfD-Mann wie Höcke zu tun hat, da ist Reden wohl eher sinnlos, das ist dann doch alles zu widerlich, was der Mann vorträgt. Aber mit Leuten, die AfD wählen oder gewählt haben – warum sollte Reden da nicht sinnvoll sein?

Das Gespräch mit Axel Hacke führten wir anlässlich seines Gastspiels in der Winners Lounge in Bad Wiessee im März 2018.

Seeseiten, Frühling 2018.