„Ankommen“ steht auf der ersten Seite des Prospekts des Hotels Maier zum Kirschner am See in Rottach-Egern. Eine Aufforderung, der Seeseiten-Autorin Susanne Mayr gerne nachkam und dabei plötzlich ganz neue Töne kennengelernt hat.

Text: Susanne Mayr

Hotel Maier zum Kirschner Tegernsee

Der Spa-Bereich des Hotels erzeugt mit viel Holz eine tolle Wohlfühlatmosphäre.
Foto: Hotel Maier zum Kirschner

Kulinarisch kenne ich das Hotel schon länger, denn bei einem Spaziergang an der Rottacher Seepromenade muss man einfach einen Abstecher auf die einladende Terrasse des Hotel Maier zum Kirschner machen. Im Sommer locken hier an der Kirschner Stuben Loungemöbel zum Verweilen beim Aperitif mit Sonnenuntergang, im Winter gemütliche Felle, Feuerschalen und heiße Getränke.

Heute möchte ich aber mehr über das Hotel an sich und vor allem über den Spa-Bereich erfahren. Gleich nach dem Eintreten merke ich, dass dieses Hotel Wert auf Tradition legt. Viel Holz, alte Bauernstuben und historische Gemälde schaffen ein schönes und gemütliches Ambiente. Überall stehen Kerzen – ein Faible der Gastgeberin, wie sie mir erzählt. Bei einer Hotelführung erfahre ich, dass jedes Zimmer bewusst anders gestaltet wurde, ebenso individuell wie jeder Gast.

Haushund Ludwig begleitet uns auf unserer Rundtour und wird von jedem liebevoll begrüßt. Überhaupt ist hier im Haus viel Herzlichkeit zu spüren, ob zwischen den Angestellten oder den Gästen. Was vermutlich daran liegt, dass man sich hier noch kennt. Denn viele Gäste kommen schon jahrelang. Wohnen kann man hier in 30 Zimmern im Haupthaus, 11 Suiten in der Dependance oder ganz indivi-duell in der Blockhütte im Obstgarten. Von dieser besonderen Herberge wird es nächstes Jahr noch zwei weitere geben.

Hotel Maier zum Kirschner Tegernsee

Im Winter wie im Sommer ein Platz zum Wohlfühlen: Das Hotel Maier zum Kirschner
Foto: Hotel Maier zum Kirschner

Vom Hotel aus kann man direkt in die angrenzende Kirschner Stuben oder die Enothek am See gehen. Hier wird der Gast mittags und abends kulinarisch verwöhnt. Morgens wartet ein reichhaltiges Frühstücksbuffet, das man auf der Frühstücksterrasse mit Blick über den See genießen kann. Den gibt es auch von einigen Zimmern aus, die restlichen haben entweder Berg- oder Gartenblick.

Alles zum Entspannen

Jetzt geht es für mich aber endlich in den Spa-Bereich. Der ist klein, aber sehr fein. Und genau das ist auch mein Eindruck. Hier wurden viele Naturmaterialien wie Holz, Salzstein und Schiefer verwendet, das Licht ist gedimmt, leise Musik erklingt und es duftet nach Zirbenholz. Erholungssuchende finden hier eine Sauna, ein Dampfbad, eine Infrarotkabine, einen Ruhe- sowie einen Fitnessraum.

Das Besondere sind hier die Behandlungen, die angeboten werden. Das Haus setzt dabei auf externe Anbieter, denen man die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. So wird Vielfalt garantiert. Wolfgang von Haslingen bietet Akupunkturmassage, Lymphdrainagen oder Fußreflexzonenmassagen an, Elke Schwarz von Kosmetik am See behandelt Körper und Gesicht mit den Treatments von Gertraud Gruber. Auch sportlich ist einiges geboten. Neben Yoga gibt es auch Pilates-Gruppenkurse mit Christine Moenikes sowie Einzelstunden am Gerät. Wer doch lieber entspannen möchte, der bucht eine Reiki-Behandlung oder lässt sich, so wie ich heute, auf etwas ganz Außergewöhnliches ein: das Soundhealing. Eine Relaxtechnik, auf die ich sehr gespannt bin.

Jede von Lisa Schusters Klangschalen erzeugt eine andere Frequenz.
Foto: Susanne Mayr

Klang statt Stress

Dazu treffe ich Lisa Schuster, Ärztin, Yoga- und Klangtherapeutin aus München. Sie bietet ihre Sessions nicht nur hier im Hotel, sondern weltweit oder sogar über Zoom an (Infos unter www.linktr.ee/alizzdeepworld). Zum Soundhealing kam sie schon während ihres Medizinstudiums, da sie einfach „mehr“ wollte, um den Menschen zu helfen. Heute erklärt sie mir, dass durch den Klang, die Frequenzen und die Schwingungen der Kristall-Klangschalen wissenschaftlich nachweisbare Prozesse im Gehirn und im Körper ablaufen, die einen tiefen Entspannungszustand hervorrufen können.

Normalerweise dauert eine Behandlung 60 Minuten, für den Anfang einigen wir uns heute auf 30 Minuten. Wenn ich ehrlich bin, überfordert mich schon die Vorstellung, in der nächsten halben Stunde einfach mal nichts zu machen. Denn ich soll mich einfach nur hinlegen und auf die Töne hören. Nach einer anfänglichen Atem- und Entspannungsübung gelingt es mir tatsächlich, ruhiger zu werden. Lisa erklärt mir, dass ich mich immer wieder auf den Klang fokussieren soll, sobald ich merke, dass meine Konzentration nachlässt.

Diese Anleitung hilft mir enorm dabei, den Kopf frei zu bekommen und so schaffe ich es, die kreisenden Alltagsgedanken zumindest kurzzeitig beiseite zu schieben. Lisa erzeugt die unterschiedlichsten Töne mit den Klangschalen. Mal klopft sie leicht darauf, mal reibt sie am Rand entlang, mal klingelt es sanft. Kein Ton gleicht dem anderen, einer ist lange und intensiv, ein anderer sanft und kurz, der nächste dann ganz leise, aber anhaltend.

Ich versuche mich ganz auf die Töne zu konzentrieren und wie es scheint, schaffe ich das mehr als gut, denn schon bittet mich Lisa, langsam wieder zurückzukommen und mich sanft zu bewegen. Die 30 Minuten sind also vorbei, sie sind wie im Flug vergangen. Niemals hätte ich erwartet, dass das möglich ist, aber ich fühle mich großartig und könnte Bäume ausreißen. „Das ist das sogenannte High“, erklärt mir Lisa Schuster, und auch, dass man nach einer Behandlung viel Wasser trinken sollte.

Und wer mag, der tut seinem Körper noch mehr Gutes und genießt anschließend noch die hervorragende Küche der Kirschner Stuben.

„Wir wahren die Tradition und sind immer offen für Neues“

Interview mit Daniela Maier, Inhaberin des Hotels Maier zum Kirschner

Frau Maier, Ihr Haus ist noch ein echter Familienbetrieb. Ist Ihnen Tradition wichtig?
Ja, auf jeden Fall. Wir sind stolz auf unsere Geschichte und das merkt man auch hier im Haus. Wir haben versucht, das schöne Alte zu erhalten und trotzdem modern nach vorne zu schauen. Und ich denke, unsere Kinder werden das so weiterführen.

Bei Ihnen spielt auch Nachhaltigkeit eine große Rolle. Was tun sie dafür?
Wir haben ein eigenes Blockheizkraftwerk und beziehen Strom aus erneuerbaren Energien. Und natürlich setzen wir auf regionale, zu den Jahreszeiten passende Küche.

Und was erwartet den Gast dabei kulinarisch?
Natürlich der Fisch aus dem See, das Fleisch vom Bauern, Brot und Gebäck vom örtlichen Bäcker und der Käse aus der Naturkäserei. Aber wir bieten noch mehr: Unser Sohn Samuel züchtet Hühner und Wachteln und bietet die Eier an, und mein Mann ist leidenschaftlicher Jäger, so dass es hier auch regionales Wild gibt.

Sie bieten vor allem im Spa sehr vielfältige und innovative Behandlungen an. Ist das ein Gegensatz?
Nein, im Gegenteil, ich finde es ergänzt sich hervorragend. Wir wahren die Tradition und sind immer offen für Neues. Das merkt man überall im Haus und eben auch im Spa-Bereich, wo wir so Außergewöhnliches wie das Soundhealing anbieten.

Was ist für die Zukunft geplant?
Mit dem Soundhealing bieten wir jetzt erstmalig ein Retreat in Kombination mit Yoga an und wollen solche Events gerne fortführen. Und wir bauen zwei neue Blockhütten in den Garten, um dem Gast ein noch individuelleres Urlaubserlebnis bieten zu können. Auch im Spa überlegen wir, wie wir aufgrund der aktuellen Situation noch mehr Service bieten können.

Hotel Maier zum Kirschner
Seestraße 23, Rottach-Egern
www.maier-kirschner.de

Hotel Maier zum Kirschner

Eigentümerin Daniela Maier setzt auf Nachhaltigkeit im Hotel.
Foto: Hotel Maier zum Kirschner