Die computergestützte Hautanalyse macht es möglich. Mit neuester Technik gibt es in Sachen Kosmetik jede Menge zu entdecken. Und das sogar in der eigenen Haut. Die Gmunder Kosmetikerin Desiree Renaud zeigt, wie es funktioniert.

Text: Susanne Mayr

Kosmetiktrends

Die Fluoreszenztechnologie in Kombination mit verschiedenen Licht- und Polarisationsfiltern zeigt die Haut in verschiedenen Modi und gibt Desiree Renaud wichtige Informationen zur Beurteilung der Haut.
Foto: Susanne Mayr

Fettig, empfindlich, trocken – so ganz weiß man nie, wie die eigene Haut beschaffen ist. Häufig liegt man mit seiner Einschätzung daneben. Die Beauty-Expertin Desiree Renaud von Reviderm Skinmedics in Gmund kennt das nur zu gut: „Viele glauben beispielsweise, dass ihre Haut glänzt und deshalb fettig ist. Das Gegenteil ist meist der Fall und sie haben eher trockene Haut“, so die Expertin. So kann man sich täuschen. „Denn wenn sie keine richtige Feuchtigkeitscreme verwenden, produziert der Körper zu viel Fett, damit die Haut in Einklang kommt und schon glänzt die Haut.“ Bleibt die Frage: Wenn man seinen eigenen Augen nicht trauen kann, wem dann?

Bildbasierte Analyse des Hautzustands

Der Check-up: Um solchen und vergleichbaren Problemen entgegenzuwirken, nutzt die Kosmetikerin ein Hightech-Tool, das Hautanalysegerät. Der Kopf wird für ein paar Minuten in eine futuristisch anmutende „große Kugel“ gesteckt, das Gerät analysiert die Haut dann mit verschiedenen Licht- und Polarisierungsfiltern. Was herauskommt sieht erst einmal schlimm aus: Kleinste Fältchen, Sonnenschäden oder Rötungen werden plötzlich sichtbar. Doch diese Darstellung hilft der Kosmetikerin dann dabei, die richtige Behandlung für die jeweiligen Kunden zu finden. „Wir kennen so den Ist-Zustand der Haut und was sie braucht“, erzählt Desiree Renaud. „Das hilft nicht nur mir, sondern auch den Kunden, ihre Haut besser zu verstehen.“ Oft ist es nämlich so, dass die Haut gar nicht so schlecht beschaffen ist, aber auf ihrer Oberfläche viele alte Hautschüppchen liegen, die die Poren verstopfen und die Haut wie eine Schicht abdecken. „Dann kann man noch so viel gute Pflege verwenden, sie kommt einfach nicht dort an, wo sie hingehört“, so die Beauty-Expertin weiter. Nach der Analyse kommt die Behandlung. Im nächsten Schritt folgt dann erst einmal ein Peeling, um die Haut wieder aufatmen zu lassen.

Es gibt heute zahlreiche technologiegestützte Behandlungsmethoden für die Haut.
Foto: Thomas von Aagh für Reviderm

Technologiebasierte Treatments

„Wir haben dazu je nach Hautbeschaffenheit verschiedene Möglichkeiten“, so die Kosmetikerin. „Zum Beispiel die Microdermabrassion“. Dabei treffen ultrafeine Kristalle mit hoher Geschwindigkeit auf die Haut und werden mit einem Vakuum wieder abgesaugt. So werden die abgestoßenen Hautschüppchen abgetragen. „Der Effekt ist toll, die Haut strahlt, ist gut durchblutet und wirkt gesund und rosig“, schwärmt Renaud.

So gereinigt, kann dann mit der typgerechten Pflege gestartet werden. Und damit diese intensiv und zielgenau in der Haut wirkt, hat Desiree Renaud noch mehr Hightech-Apparaturen auf Lager. Zum Beispiel Ultraschall. Die Wirkstoffe werden dadurch tiefer in die Hautschichten eingeschleust und die Haut speichert sie besser. Dabei wird zuerst ein Wirkstoff oder ein Pflegeprodukt auf die Haut aufgetragen und dann mit dem Ultraschallgerät in die Haut eingebracht.

Noch mehr Anti-Aging schafft der sogenannte „Vega“. Das Gerät arbeitet mit elektrischen Strömen im Radiofrequenzbereich. Die nicht-invasive Behandlung regt die Kollagen-Produktion tief in der Haut an. Dazu wird ein Mimik- oder Konturenserum aufgetragen, darüber dann ein spezielles Gel gestrichen, das die Frequenz weiterleitet. Anschließend bringt das Gerät die Pflege mit Hilfe von thermischer Wärme in die Haut und stimuliert dort die Reparaturmechanismen. Dabei sieht man nach einer Kurbehandlung von sechs Wochen und einer Behandlung pro Woche deutliche Erfolge.

Alles sichtbar: Auch Sonnenschäden und trockene Stellen zeigt das Hautanalysegerät an.
Foto: Susanne Mayr

Aber auch die altbewährte Microneedling-Behandlung, also bewusst herbeigeführte Mikroverletzungen, um die hauteigene Regenerationskraft zu steigern, wird in Form eines Gerätes wirksamer und sicherer.

„Um diesen Effekt zu erreichen, wird die Nadeltiefe vorher genauestens eingestellt“, erklärt Renaud die Technik. Die Kosmetikexpertin arbeitet dazu in der mittleren Hautschicht. Während der Behandlung „sticht“ das Gerät kleine Nädelchen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 10.000 Nadelstichen pro Minute in die Haut und kurbelt, mit dem Ziel einer Faltenreduzierung, die dafür nötige Kollagenproduktion an.

Profi-Pflege mit Hausaufgaben

So gepflegt sieht die Haut erst einmal richtig toll aus. Damit das auch so bleibt, empfiehlt Expertin Desiree Renaud auch für zu Hause die richtigen Produkte. „Es geht mir nicht darum, dass die Kundin dann hier zehn Produkte kauft, sondern dass sie für ihren individuellen Hauttyp genau das richtige bekommt.
Es gibt Menschen, die brauchen nur wenig Pflege, andere haben anspruchsvollere Haut, und da muss man dranbleiben.“ Deshalb gibt die Beauty-Fachfrau ihren Kunden und Kundinnen gerne als Hausaufgabe einen Pflegeplan mit, schließlich soll der Erfolg nicht nur kurzfristig sein. „Mir ist wichtig, dass sich jeder in seiner Haut wohlfühlt. Und je mehr man dafür zu Hause tut, umso schneller geht das.“

Reviderm Skinmedics Gmund am Tegernsee
Tegernseer Str. 14, Gmund
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