Es gehört zu den kulturellen Höhepunkten des Jahres: das Internationale Musikfest Kreuth am Tegernsee. Auch wenn es aktuell gar nicht in Kreuth stattfindet. Der künstlerische Leiter Helge Augstein erklärt, warum die „Heimatlosigkeit” irgendwie auch interessant ist.

Helge Augstein

Dieter Nonhoff, Vorsitzender des Musikfest Kreuth e.V. und Helge Augstein, künstlerischer Leiter des Musikfests
Foto: Augstein

Das Festival gleicht in diesem Jahr eher einer Mini-Tournee durch vier verschiedene Orte. Ist das nicht sogar reizvoller, als immer am selben Ort zu sein?
Ja, schon zum dritten Mal konzertieren wir in verschiedenen Orten und Sälen, weil im Festsaal Wildbad Kreuth derzeit keine Veranstaltungen stattfinden können. Das hat seinen Reiz, weil jeder Ort eine besondere Note hat, ist logistisch aber kompliziert. Jeder Saal hat eine andere Akustik, Technik, Atmosphäre und Umgebung.

Könnten Sie auch einen interessierten Klassik-Laien davon überzeugen, eine Ihrer Veranstaltungen zu besuchen?
Besonders schön an Musik ist, dass sie sich niemals nur dem Kenner erschließt, sondern immer emotional auf jeden Menschen wirkt. Leonard Bernstein prägte den Satz, er kenne keinen Unterschied zwischen U- und E-Musik, es gäbe nur gute oder schlechte Musik. Da wir uns sehr darum bemühen, nur „gute” Musik anzubieten, sollten auch Laien sich in allen Konzerten wohlfühlen.

Nächstes Jahr hat das Festival 30. Geburtstag. Irgendwelche Wünsche zum runden Geburtstag?
Aber sicher: unvermindert großes Interesse des Publikums, viele neugierige – auch junge – Zuhörer, gut gelaunte, inspirierte Künstler, ebenso treue Förderer und Partner wie bisher und eine baldige Lösung für Wildbad Kreuth, damit wir auch wieder in „unserem” Festsaal Konzerte veranstalten können.

Internationales Musikfest Kreuth am Tegernsee
https://musikfest-kreuth.de/

Seeseiten, Sommer 2018.