Sie war immer eine der Jüngsten und der Besten zugleich: Laura Lootens, klassische Gitarristin, eine Vita, für die der Platz hier nicht ausreicht. Wie wird man zu solch einer Größe und das noch dazu in sehr jungen Jahren? Drei Fragen – drei aufschlussreiche Antworten.

Laura Lootens Seeseiten

Laura Lootens ist klassische Gitarristin und Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes
Foto: Frank Lübke

1. Wenn es um Musik geht, was ist wichtiger: Talent, Fleiß oder Leidenschaft?
Mit Talent fängt alles an. Es ist wie eine Leinwand, die Basis, auf der wir ein Kunstwerk schaffen. Je mehr Fleiß wir in unsere Musik investieren, desto kunstvoller und filigraner werden die Pinselstriche auf der Leinwand. Aber irgendwie ist alles noch leblos und grau. Hier kommt die Leidenschaft ins Spiel. Durch die Leidenschaft erstrahlt die Kunst in vielen Farben, an denen wir uns nicht satt sehen und hören können. Erst, wenn man das Musizieren wirklich liebt und fühlt, kann man damit auch andere Menschen zum Fühlen bringen. Allerdings spielt auch das Glück eine ganz wichtige Rolle. Das Glück, die richtigen Menschen kennenzulernen, die uns weiterbringen können. Denn was nutzt das schönste Kunstwerk, wenn es nicht gesehen bzw. gehört wird?

2. Wen spielen Sie am liebsten und wen hören Sie am liebsten?
Zur Zeit fordere ich mich sehr gerne mit eigenen Transkriptionen von Komponisten heraus, die gar nicht für Gitarre geschrieben haben. Im Moment arbeite ich an Werken des spanischen Komponisten Isaac Albeniz und muss sagen, es macht sehr viel Spaß, seine Musik zu spielen. Wenn ich aber etwas tiefer gehen möchte, genieße ich es sehr, Werke von Bach zu spielen, das bringt mich fast in einen meditativen Zustand. Aber auch die Kammermusik bereitet mir unheimlich viel Freude. Was ich am liebsten höre, kommt ganz auf meine Stimmung an. Zum Glück ist die Musik so vielfältig wie meine Gemütszustände. So höre ich sehr gern Bach und Schubert, aber auch die Symphonien von Beethoven und Mahler. Selbst in der Filmmusik verbergen sich Schätze.

3. Angenommen, jemand drückt Ihnen eine E-Gitarre in die Hand, welches Riff würden Sie sofort und ohne Nachdenken spielen?
Nun, ich muss zugeben, dass ich mich eigentlich ausschließlich mit klassischer Musik beschäftige und niemals E-Gitarre gespielt habe. Vielleicht wäre das anfangs eher unerfreulich für die Ohren. Hier käme mir sonst aber sofort „Sweet Child O’Mine“ von Guns N’Roses in den Sinn.

Laura Lootens tritt im Rahmen des Podiums für junge Solisten gemeinsam mit dem Cellisten Konstantin Bruns als Duo Con Energía auf.
Sa., 10. April, 19.30 Uhr (Verschiebung möglich)
Barocksaal des Gymnasiums Tegernsee
Schlossplatz 1c, Tegernsee