„Tegernsee, Kerl, Mittags sitzen wir hier auf dem Balkon, trinken Kaffee, essen zu Mittag und schwitzen. Die Sonne brennt wie im Hochsommer, dabei ein halber Meter Schnee. Nachmittags rodeln. Arbeiten tu ich wie ein Pferd und kann nie aufhören. Es ist etwas herrliches in dieser Gebirgsluft.“

So schwärmt der Maler August Macke (1887 – 1914) in einem Brief vom Dezember 1909. Er kam mit seiner Frau im Herbst 1909 an den Tegernsee, Schriftsteller Wilhelm Schmidtbonn hatte ihn eingeladen. Die Hochzeitsreise des jungen Paares endete darum nicht in Paris, wie geplant, sondern am Tegernsee. Hier wurde ihr erstes Kind geboren, hier lebte die Familie über ein Jahr im Staudacher-Haus. Es ist die produktivste Zeit des heute so wichtigen Vertreters des Expressionismus: Um die 200 Gemälde entstehen. Manch Tegernseer Bürger diente als Vorlage für seine Portraits.

Seeseiten, Winter 2018.