Pop-up-Hotel Leda am Eck

Zugabe: Noch ein Leda-Jahr!

Das Pop-up Hotel Leda am Eck in Bad Wiessee geht in sein wahrscheinlich letztes Jahr. Grund genug für unsere Autorin, sich das nachhaltige Konzept genauer anzuschauen.

Autorin: Susanne Mayr-Flach
Fotos: Hotel Leda am Eck

Popo-up-Hotel leda am Eck Bad Weissee

Dank der Baustelle ist der Blick auf den See von vielen Zimmern frei.

Die Großbaustelle für das neue Seegut an Bad Wiessees Ufer ist mit Sicherheit laut und sorgte schon für viel Gesprächsstoff im Tegernseer Tal. Aber sie hat auch ihr Gutes. Erstens entsteht etwas ganz Neues im Ort. Und zweitens ist sie der Grund, warum Helena und Philipp Aberle ihr Konzept von einem Pop-up Hotel realisieren konnten.

Hotel auf Zeit

Anfangs hieß es, das ehemalige Hotel Kureck am See bleibt noch für ein Jahr. Doch mittlerweile gibt es das „Leda am Eck“ schon drei Jahre, ein weiteres steht in Aussicht. Darüber freuen sich hauptsächlich die jungen und kreativen Betreiber Helena und Philipp Aberle, die auch schon das Fabrikrestaurant Mangfallblau und die Villa Soglas in Gmund machen.

„Wir haben uns mit dem Pop-up-Hotel einen Traum erfüllt“, erzählt Philipp, der Tourismusmanagement studiert hat. „Wir wollten aus diesem besonderen Haus etwas Cooles machen und sind einfach wahnsinnig gerne Gastgeber.“

Das merkt man dem Konzept auch an. Mit wenig Aufwand, aber daür umso mehr Kreativität haben die Aberles das Haus „aufgehübscht“. „Wenn man etwas nur für eine gewisse Zeit plant, kann man natürlich keinen Komplettumbau vornehmen“, erinnert sich Philipp Aberle. „Wir wollten auch die hochwertigen Materialien und das schöne Ambiente, das das Hotel schon hatte, nutzen. Schon allein aus Gründen der Nachhaltigkeit.“

Denn die spielt für die Betreiber eine große Rolle. „So haben wir etwa ganz viel mit Farbe gelöst“, so der Hotelier. „Wir haben der Rezeption einen neuen Anstrich verpasst und auch die Zimmer und Gänge in neuen Tönen gestrichen.“ Alte Möbel wurden genauso in den modernen Stil integriert, wie auch neue Sofas, Teppiche und Vorhänge eingezogen sind.

„Wir haben einiges an Mobiliar, was wir in den Speichern und Kellern gefunden haben, etwas umgearbeitet und wieder aufgestellt, weil es einfach gut gepasst hat.“ Anderes wurde wiederum bewusst erneuert. Was nicht mehr funktionstüchtig war, wurde ersetzt. Auch legten die Betreiber beim Relaunch viel Wert auf hochwertige Textilien. Die findet man in den Bädern oder auch auf Böden und Betten.

Pop-up-Hotel Leda am Eck

Coole Farben, hochwertige Textilien – so schläft man im Leda am Eck.

Platz für alle

Insgesamt gibt es im Leda am Eck vier Einzelzimmer, acht Doppelzimmer und vier Familienzimmer. Im Nebengebäude sind noch vier Appartements und eine Ferienwohnung untergebracht. Für uns vier geht es heute in ein Familienzimmer, in dem bis zu fünf Personen Platz finden. Aufgeteilt ist es in ein Hauptschlafzimmer mit Doppelbett und ein Schlafzimmer mit einem großen Stockbett.

Mit Blick auf die Baustelle – die man übrigens durch die bestens isolierten Fenster überhaupt nicht hört – aber auch den See dahinter fühlen wir uns hier gleich wohl. Die Minibar ist mit Wasser, Bier und Schokoriegeln gefüllt. Wer abends etwas essen möchte, darf die Lobby auch für Mitgebrachtes nutzen. Das Badezimmer ist zwar klein, reicht aber völlig aus und schließlich ist alles da, was man braucht. Die hochwertige Bettwäsche wissen wir spätestens in dem Moment zu schätzen, in dem wir unter die Decke schlüpfen.

Guten Morgen

Nach einer entspannten Nacht und einem ruhigen Samstagmorgen ohne Baustellenlärm wachen wir schließlich gut erholt und voller Neugier auf. Denn das Frühstück verspricht etwas Besonderes zu werden. „Wir wollten auch hier den Nachhaltigkeitsgedanken weiterverfolgen und deshalb gibt es ein rein vegetarisches Frühstück“, erklärt Philipp Aberle die Idee. Mit großem Appetit geht es schließlich ins Erdgeschoss in dem sich die Lobby, der Frühstücksraum und die Rezeption vereinen.

Das Frühstück übertrifft unsere Erwartungen. Denn mit zwei Kindern klingt ein vegetarisches Konzept nicht ganz easy. Aber es ist definitiv für jeden das richtige dabei. Es gibt eine große Käse- und Brotauswahl, Eier in verschiedenen Varianten, süßes Minigebäck und viel frisches Obst, Müsli-Zutaten zum selbst mischen und die unterschiedlichsten Aufstriche.

Altes trifft im Leda am Eck gekonnt auf Neues.

Mein Highlight ist der Chiapudding mit Joghurt und Beeren, meine Kids entdecken dank Entsafter ihre Leidenschaft für frischen Bananen-Orangen-Apfel-Saft mit einem Hauch Karotte. Und das Beste daran: Auch externe Gäste sind jederzeit willkommen.

Entspannte Atmosphäre

Das Publikum ist hier genauso gemischt, wie es sich die Betreiber wünschen. „Wir wollen eine günstige Alternative für alle Gäste sein“, erzählt Helena Aberle. „Wir haben junge Familien, Aktivurlauber, Freundesgruppen, genauso wie ältere Paare.“ Und so sitzen neben uns eine Gruppe Mittzwanziger, eine Großfamilie mit drei Generationen und ein paar Radfahrer, die schon in Sportklamotten ankommen und sich vor ihrer Tour stärken wollen.

An den Wochenenden gibt es das Frühstück bis 11 Uhr – ideal für Langschläfer. Wir lassen uns von der entspannten Atmosphäre anstecken und bedienen uns an der großen Spieleauswahl, die den Gästen zur Verfügung steht. Nach einem weiteren Kaffee mit einem köstlichen Mini-Schokocroissant und einer Runde Uno gefolgt von zwei Partien Mikado steht aber dann doch die Abreise bevor.

Der Abschied fällt uns gar nicht leicht, aber wie gut zu wissen, dass die Betreiber das Gastronomiekonzept für das letzte Jahr noch ausbauen wollen. „Wir möchten ab Herbst das Restaurant wieder öffnen, um nachmittags Kaffee und Kuchen und mittags verschiedene Gerichte anzubieten“, kündigt Philipp Aberle an, der auch selbst gerne in der Küche steht. „Alle Infos dazu gibt es immer auf unserer Website und wir würden uns auch sehr freuen, wenn viele Einheimische vorbeikommen.“ Schon im Sommer gibt es immer an den Wochenenden kleine Köstlichkeiten zu feinen Drinks am Nachmittag.

“Wir sind  kein Wellnesshotel, aber wir haben eine Abenteuersauna”

Interview mit Helena und Philipp Aberle

Was macht Ihr Hotel aus?
Durch unseren Stil schaffen wir eine Gemütlichkeit, die man in einem modernen Hotel nicht leicht erreichen kann. Und wir sind ein sehr lebendiges Hotel. Man merkt, dass das ein Haus ist, das schon gelebt hat und eben auch Ecken und Kanten hat. Das und unseren guten Service und die Herzlichkeit schätzen unsere Gäste, die uns oft sagen, dass sie sich wie zu Hause fühlen.

Was sollten Gäste im Sommer hier unbedingt erleben?
Wir empfehlen sehr gerne, dass man einfach mal an der wunderschönen Seepromenade den Ort erkundet oder leichtere Spazierrunden, zum Beispiel zum Sonnenbichl hoch, um die Gegend kennen zulernen.

Haben Sie einen Lieblingsplatz im Hotel? Wenn ja, warum?
Auf jeden Fall die Lobby mit den Oma-Sofas und den alten, etwas umgearbeiteten Küchenmöbeln. Das ist einfach so entspannt und gemütlich. Hier sind wir am liebsten, das ist quasi unser Community-Space.

Wie würden Sie das Hotel in drei Worten beschreiben?
Gemütlich, herzlich und unkompliziert.

Was können externe Gäste hier erleben?
Wir bieten vegetarisches Frühstück an und wollen dieses Angebot für Einheimische und Nicht-Hotelgäste noch weiter ausbauen. Im Sommer gibt es am Wochenende ab nachmittags Drinks und Snacks und ab dem Herbst haben wir vor, die Gastronomie wieder zu öffnen und auch Mittagessen anzubieten.

Nachhaltigkeit ist Ihnen sehr wichtig. Wie leben Sie das hier im Hotel?
In vielen Bereichen. Zum einen eben mit dem vegetarischen Frühstück, aber auch bei den Textilien haben wir darauf geachtet, dass die Premium Bettwäsche und Handtücher im wassersparenden Waschverfahren gewaschen werden können. Und wir haben so viele alte Materialien wiederverwendet, wie es möglich war.

Thema Wellness: Was gibt es hier?
Wir sind natürlich kein Wellnesshotel, aber wir haben eine Sauna. Die heißt bei uns Abenteuersauna, weil sie im Garten steht.

Welche Ideen haben Sie für die Zukunft?
Wenn das hier endet, würden wir sehr gerne weiterhin in der Hotellerie bleiben, denn wir haben gemerkt, dass es für uns sehr schön ist, wenn die Gäste länger bleiben als nur in einem Restaurant. Also falls jemand etwas hat, das wir übernehmen könnten und in ein innovatives, modernes Konzept umwandeln können, der kann sich gerne bei uns melden.

Helena und Philipp Aberle möchten auch nach dem letzten Jahr weiter in der Hotellerie arbeiten.

  • Herzogin Anna in Bayern

    Herzogin Anna in Bayern ist als Wittelsbacherin Nachfahrin einer Familie, die das Tegernseer Tal so stark geprägt hat wie kaum eine andere.