Die Tegernseer Illustratorin Katharina Bourjau lässt uns an dieser Stelle das Tegernseer Tal mit ihren Augen erblicken. Den besonderen Herbstmoment hat sie exklusiv für diese Ausgabe der Seeseiten festgehalten.

Illustration und Text: Katharina Bourjau

Im Herbst wird es sehr leise im Tal. Für mich die sinnlichste Zeit am Tegernsee. Der Herbst ist geprägt von Kontrasten, die ich liebe. Mit ein bisschen Glück er-ebt man in den windigen und regnerischen Wochen vereinzelt laue, spätsommerliche Tage, an denen sich ein letztes Mal ein paar Segler aufs Wasser wagen. Die Stimmung an diesen Tagen wechselt stetig und lässt die Landschaft immer wieder in neuen, knalligen und intensiven Farben leuchten.

Für mich ist der Herbst auch die Zeit für ausgedehnte Spaziergänge mit unserem Familienhund Leni. Wir haben Leni aus Spanien adoptiert. Ihr vorheriges Leben als Straßenhund merkt man ihr an. Sie ist ein Rowdy, ein bisschen ungestüm. Auch schwimmt sie nicht gerne. Eine Pfote im See ist für sie völlig ausreichend.

Mich erdet es, Leni um mich zu haben. Ein Wesen, das sich nur für die ganz einfachen und essenziellen Dinge des Lebens interessiert. Die nichts weiß von den vielen Krisen unserer Zeit. Auch nichts von Thomas Mann und seinem Hund, deren lebensgroßes Denkmal am Gmunder Seeufer sie aus der Ferne auch schon mal anbellt.

An einer Stelle am Tegernseer Seeufer lebt ein Bieber, weshalb ich dort bei jedem Spaziergang stehen bleiben und Leni sehr lange schnüffeln muss. Dieser Blickwinkel, an der Bootshütte vorbei, über das Schilf und den See bis nach Bad Wiessee hat sich bei mir eingeprägt und ich habe Lust bekommen, ihn zu malen. Es ist kein klassisches, gewohntes Tegernseemotiv. Man entdeckt keine markante Wallbergsilhouette, nicht den Malerwinkel oder die Riedersteinkappelle. Für mich ist aber genau dieser Blickwinkel Tegernsee pur.

Alle ihre Tegernsee Illustrationen, die Katharina Bourjau für die Seeseiten gezeichnet hat, kann man auch als Drucke bei ihr bestellen und zuhause aufhängen: www.shoppapeterie.de