5 Fragen an …

Helge Augstein

Jahr für Jahr gehört das Musikfest Tegernsee zu den ganz großen Höhepunkten für die Liebhaber der klassischen Musik – mit einer Strahlkraft, die weit über das Tegernseer Tal hinausgeht. Der künstlerische Leiter Helge Augstein erzählt im Gespräch mit den Seeseiten, wie er und seine Mitstreiter es hinbekommen, alljährlich ein Programm dieser Güte zu erstellen. Und was er machen würde, wenn ihm mal die berühmte gute Fee begegnen würde.

Interview: Christian Jakubetz

Hier fühlt er sich amwohlsten: Helge Augstein (Mitte) im Kreis von Künstlern; in diesem Fall Sabine Meyer und Reiner Wehle (beide Klarinette) neben ihm und umrahmend das Armida Quartett.
Foto: privat

Jedes Jahr erstellen Sie ein umfangreiches Programm für das Musikfest. Schon mal Angst vor Wiederholungen gehabt – oder davor, dass Ihnen nichts richtig Gutes mehr einfällt?

Wiederholungen sind unvermeidlich und bei guter Musik auch gar nicht schlimm! Andererseits freut es mich, dass wir in jedem Jahr noch „Premieren“ beim Musikfest haben, wie in diesem Sommer z. B. das Streichquintett von Bruckner. Sorge vor mangelnden Einfällen plagen vermutlich jeden Verantwortlichen, so auch mich! Aber Künstler inspirieren und wenn man die richtigen fragt bzw. einlädt, kommen auch immer wunderbare Ideen!

Welche persönlichen Erfahrungen oder musikalischen Einflüsse prägen eigentlich Ihre Ideen für das Musikfest am Tegernsee?

Erfahrungen aus einigen Jahrzehnten des Hörens und Erlebens. Die Großen des Fachs gehört und teilweise kennengelernt zu haben, das formt Geschmack und Anspruch. Natalia Gutman z. B. hörte ich erstmals mit Sergiu Celibidache in München mit dem Schumann Cellokonzert. Da kannte ich nur den Namen, was sich dann schnell ändern sollte …

Vor vier Jahren, Sie erinnern sich, haben wir uns für die Seeseiten über die Zukunft des Festivals vor allem unter dem Eindruck der Corona- Pandemie unterhalten. Ist inzwischen eigentlich alles wieder „normal“ oder spüren Sie noch Nachwehen?

Grundsätzlich ist die Pandemie Geschichte für uns bzw. das Publikum. Allerdings gibt es durchaus Langzeitfolgen, wie etwa die Gewohnheit, Kultur zuhause auf dem Sofa zu erleben. Diese damals erzwungene Übung hat einige Menschen nachhaltig beeinflusst, obwohl das Live-Erlebnis durch nichts zu ersetzen ist.

Warum eigentlich der Tegernsee? Könnte, müsste man ein solches hochwertiges Programm nicht an größere Standorte holen?

Viele der Konzerte, die wir am Tegernsee haben, kann man auch in sehr viel größeren Sälen hören – um so schöner/ besser, daß es auch am Tegernsee gelingt, diese Qualität zu präsentieren – und eben in ganz anderer Umgebung und Atmosphäre, als es die großen Säle/Städte bieten könnten!

Angenommen, die berühmte gute Fee würde Ihnen einen Programmwunsch freistellen. Wer oder was wäre das?

Grausame Fee – nur EINEN Wunsch? Dann das Unmögliche: ein Liederabend von Caecilia Bartoli, mit deutschen Schubert-Liedern (die sie leider

Musikfest am Tegernsee
2. bis 11. Juli

Der Vorverkauf läuft bereits. Weitere Infos unter musikfest-am-tegernsee.de.

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