Die Tegernseer Illustratorin Katharina Bourjau lässt uns das Tegernseer Tal mit ihren Augen erblicken. Das ist ihr ganz persönlicher Frühlingsmoment – exklusiv für die Seeseiten illustriert.

Illustration und Text: Katharina Bourjau

Illustration Katharina Bourjau Tegernseer Hütte

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Ich muss etwas gestehen. Ich war vergangenes Jahr das erste Mal auf der Tegernseer Hütte. Obwohl ich hier aufgewachsen bin, hat es fast dreißig Jahre gebraucht, bis ich nun endlich oben war. So wirklich erklären kann ich das nicht. Die einzig brauchbare und zugegeben etwas dünne Ausrede, die ich parat halte: Die Hütte konnte mir ja nicht davonlaufen. „Irgendwann werde ich da schon noch hochsteigen“, dachte ich mir. „Die Tour läuft mir ja nicht weg.“ Und so verstrich die Zeit …  

Auf den letzten Metern der Wanderung, mit dem ersten Blick auf die Tegernseer Hütte beschleicht einen unweigerlich das Gefühl, man hätte die Szenerie schon mal gesehen, weil es so viele Bilder von dieser Tegernseer Ikone gibt. Dennoch: Es ist schon wunderschön und einzigartig, wie die Hütte dort am Berg klebt zwischen den Gipfeln von Roß- und Buchstein.  

Mit neuem Blick

Als Illustratorin habe ich das Glück, auch die Dinge, die schon unzählige Male fotografiert wurden, neu sehen zu dürfen. Es ist spannend etwas zu zeichnen, was schon so oft gezeigt wurde und sich die Frage zu stellen:Wie wird das wohl bei mir aussehen?“  

Mir war schnell klar, dass ich für ein Frühlingsbild von der Tegernseer Hütte ein kräftiges Grün – wie saftiges Gras – als Ausgangsfarbe möchte. Dazu ein knalliges Orange, ein pastelliges Rosa vielleicht. Meistens probiere ich dann aber ungefähr 30 verschiedene Farbkombinationen aus, bis alles wirklich gut zusammenpasst. Zufrieden bin ich, wenn es in der Bildkomposition auch mal Brüche gibt, das Bild insgesamt dennoch harmonisch wirkt und am Ende die Spannung beim Betrachten erzeugt, die ich mir zuvor gewünscht habe.  

Die Künstlerin nimmt an den Offenen Ateliertagen teil, die wegen der Corona-Epidemie auf den 17./18. und 24./25. April 2021 verschoben werden mussten. Sie zeigt Bilder und Drucke im  Restaurant Mangfallblau, Mangfallstraße 5, Gmund.