Große, weite Nachrichtenwelt? Braucht sie nicht, wenn sie stattdessen daheim am Tegernsee leben kann, denkt sich BR-Moderatorin Petra Schwarzenberg, eines der Gesichter der „Rundschau“. Bei einem kleinen Interview am See beantwortet sie zudem eine Frage, die ihr bisher noch niemand gestellt hat.

Interview: Christian Jakubetz

Die Brennerin vom Tegernsee

Frau Schwarzenberg, die Rundschau des Bayerischen Fernsehens wird durch Sie und Ihren Moderatoren-Kollegen Stefan Scheider mit einer Zweidrittel-Mehrheit vom Tegernsee beherrscht. Gibt es dafür eine Erklärung?
(lacht) So habe ich das noch gar nicht gesehen. Aber nachdem ich lange weg war aus Bayern und in Köln bei RTL/ntv die Nachrichten moderiert habe, war für mich klar, als ich zum BR-Fernsehen zurück bin: Ich will wieder da leben, wo ich herkomme.

Wie weit nutzt es, wenn man am Tegernsee lebt und sich tagsüber mit jemandem wie beispielsweise Donald Trump auseinandersetzen muss?
Es nützt tatsächlich, weil man hier der Hektik entfliehen kann. Es schafft nämlich Distanz und die sollte man im Nachrichtengeschäft immer haben.

Eine selbstverständlich hypothetische Frage, aber nur mal angenommen, heute läutet das Telefon und RTL ist mal wieder dran… … mit einem Angebot?
Spontan würde mir da ehrlich gesagt nichts einfallen, was mich reizen könnte. Auf gar keinen Fall dürfte es was sein, wofür ich wieder aus Bayern weg müsste.

Wie gut fahren Sie eigentlich Ski und wie musikalisch sind Sie? Und wie oft stellt man Ihnen diese Fragen?
Sie meinen wegen der Nichte meines Mannes, Viktoria Rebensburg, und weil mein Mann Thomas Rebensburg Komponist ist? Also, Schifahren kann ich schon einigermaßen. Am liebsten schau ich der Vicky vom Sofa aus zu und drücke alle Daumen. Und was die Musikalität angeht: Ich kenne meinen Mann von einer Gesangsgruppe aus Schülerzeiten am Tegernseer Gymnasium, dem Chanson Club. Meine Spezialität waren spanische Lieder, die ich zur Gitarre gesungen habe. Also ein bisschen Musikalität ist vorhanden. Und nein: Das hat mich noch keiner gefragt, weil nicht jeder die Zusammenhänge kennt.

Sie haben mit fast allen Größen des deutschen Mediengeschäfts gearbeitet. Bleibt da noch etwas, was man sich als großen beruflichen Traum erfüllen möchte?
Eigentlich kein Traum. Aber den Wunsch, dass die Leidenschaft für die Arbeit nie vergeht.

Seeseiten, Winter 2018.