Sie hat fast die ganze Welt gesehen und an Sets von unzähligen Film- und TV-Produktionen (u.a. „Tatort“) fotografiert. Aber so richtig ins Schwärmen gerät Jaqueline Krause-Burberg nur bei einem einzigen Motiv.

Jaqueline Krause-Burberg

Foto: Urs Golling

Frau Krause-Burberg, schon mal gedacht: Mensch, hier am See müsste man einen Tatort drehen?
Bitte nicht am Tegernsee! Hier ist die Welt noch einigermaßen in Ordnung. Außerdem müsste ich mir ja dann einen neuen See suchen.

Muss man sich eine Berufskrankheit in Ihrem Fall so vorstellen, dass Sie den See ständig auf sein Potenzial als Set abklopfen?
Nach anstrengenden Drehtagen, an denen es nur um Mord und Totschlag geht, gibt es nichts Schöneres, als über Gmund zu fahren und in den See einzutauchen. Schon der Moment, von der Autobahn in Holzkirchen abzubiegen Richtung Tegernsee, der Geruch von frisch gemähtem Gras…da denkt man nicht mehr an Sets, sondern an zu Hause.

Als Set-Fotografin haben Sie die halbe Welt und dabei auch eine Menge außergewöhnlicher Orte gesehen. Was überwiegt – die Freude beim Heimkommen an den See oder die Freude beim Wegfliegen nach Ozeanien?
Die Freude am Heimkommen natürlich! Ich bin schon so viel rumgekommen, bin an Plätzen gewesen, an die man normal nicht hinkommt: von Papua-Neuguinea über Australien bis zum Beverly Hills Hotel in Los Angeles. Ich habe Menschen kennengelernt in der ganzen Welt. Aber das Schönste ist heimzukommen zu meinem Schatz. Gemeinsam am See zu sitzen bei einem Glas Wein und das Erlebte von der Außenwelt zu erzählen. Das tanzende Licht auf der Seeoberfläche beobachten und einzutauchen in dieses wunderbare Blau. Was kann es Besseres und Friedvolleres geben?

Welcher Ort im Tegernseer Tal ist der fotografisch unterschätzteste, welcher der überschätzteste?
(lacht) Überschätzt? Unterschätzt? Gibt es am See nicht.

Seeseiten, Herbst 2019.